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Werkstoff 1.4404 – Edelstahl V4A (316L)

Technische Eigenschaften, Normen und Einsatzbereiche im Überblick

Werkstoff 1.4404

Werkstoff-Nr.: 1.4404
Kurzname: X2CrNiMo17-12-2
UNS: S31603
Typ: Austenitischer Edelstahl (V4A)

Chemische Zusammensetzung

(Richtwerte in %)

  • Chrom (Cr): 16,5 – 18,5 %
  • Nickel (Ni): 10,0 – 13,0 %
  • Molybdän (Mo): 2,00 – 2,50 %
  • Stickstoff (N): ≤ 0,10 %
  • Kohlenstoff (C): ≤ 0,03 %

Mechanische Kennwerte

(typische Werte)

  • Zugfestigkeit (Rm): ca. 500 – 700 MPa
  • Streckgrenze (Rp0,2): ≥ 200 MPa
  • Bruchdehnung (A5): ≥ 40 %
  • Härte: max. ca. 215 HB

Physikalische Eigenschaften

  • Dichte: ca. 8,0 g/cm³
  • Elastizitätsmodul: ca. 200 GPa
  • Wärmeleitfähigkeit (20 °C): ca. 15 W/mK
  • Dauerbetrieb: bis etwa 300 °C (Richtwert), kurzzeitig höher, dann mit geringerer Festigkeit. Bei belasteten Teilen Auslegung im Einzelfall.
  • PREN-Wert: ca. 24 – 26

Der Molybdän-Zusatz (2,00 – 2,50 %) sorgt für eine deutlich verbesserte Beständigkeit gegen Loch- und Spaltkorrosion gegenüber Standard-Chromnickelstählen.

Im Vergleich zum Standard-Chromnickelstahl 1.4301 bietet 1.4404 durch den Molybdän-Zusatz eine deutlich verbesserte Beständigkeit gegen Chloride und Säuren – bei nahezu identischer mechanischer Festigkeit.

Wo zusätzlich hohe Festigkeit gefordert ist, geht 1.4462 Duplex noch einen Schritt weiter: etwa die doppelte Streckgrenze von 1.4404 bei vergleichbarer Chloridbeständigkeit.

Einsatzbereiche

Lebensmittel & Pharmaindustrie
Lebensmittel & Pharmaindustrie
Apparatebau & Chemieindustrie
Apparatebau & Chemieindustrie
Maschinenbau
Maschinenbau
Steuerung & Regeltechnik
Steuerung & Regeltechnik

Was ist 1.4404 Edelstahl?

1.4404 ist ein austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Edelstahl mit sehr niedrigem Kohlenstoffgehalt (das „L“ in 316L). Der Werkstoff wird auch als X2CrNiMo17-12-2 oder V4A bezeichnet und zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit bei guter mechanischer Festigkeit und sehr guter Schweißeignung aus.

1.4404 wird häufig in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Pharma- und Medizintechnik sowie im Behälter-, Apparate- und Anlagenbau eingesetzt – überall dort, wo hohe Korrosionsbeständigkeit und Hygieneanforderungen gefragt sind.

■Dokumentation: Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 auf Wunsch

■ Oberflächen: Blank & Gewalzt

■ Normen: EN 10278 / EN 10060

Was ist der Unterschied zwischen blank und gewalzt?

Der Unterschied liegt in der Oberfläche und Maßgenauigkeit sowie dem Preis:

  • Blank (kaltgezogen):
    Höhere Maßhaltigkeit (z. B. h9), glatte Oberfläche und engere Toleranzen. Ideal für präzise mechanische Bearbeitung. Teurer als gewalztes Material.

  • Gewalzt (warmgewalzt):
    Wirtschaftliche Ausführung für Industrieanwendungen. Gröbere Toleranzen, jedoch hohe Festigkeit und Belastbarkeit.

Beide Varianten sind als 1.4404 Rundstab und Sechskantstab verfügbar und können individuell auf Maß zugeschnitten werden.


Welche Toleranzen gelten?

Die Toleranzen richten sich nach der jeweiligen Ausführung:

  • Blank (kaltgezogen): ISO-Toleranz h9 (Rundstab) bzw. h11 (Sechskantstab) nach EN 10278
  • Gewalzt (warmgewalzt): gemäß EN 10060

Die konkrete Toleranz ist in der jeweiligen Produktbeschreibung angegeben. Bei besonderen Anforderungen beraten wir Sie gerne individuell.



Ist 1.4404 Edelstahl magnetisch?

Nein, 1.4404 ist als austenitischer Edelstahl im Ausgangszustand nicht bzw. nur sehr schwach magnetisch. Durch Kaltverformung (z. B. beim Blankziehen) kann eine geringe Magnetisierbarkeit entstehen. Dies beeinflusst jedoch nicht die Korrosionsbeständigkeit oder mechanische Leistungsfähigkeit des Werkstoffs.


Wie korrosionsbeständig ist 1.4404 Rundstahl und Sechskantstahl?

1.4404 bietet dank des Molybdän-Zusatzes (2,00 – 2,50 %) eine sehr gute Beständigkeit gegen Loch- und Spaltkorrosion, insbesondere in chlorid- und säurehaltigen Umgebungen – deutlich besser als der Standard-Chromnickelstahl 1.4301. Der PREN-Wert (Pitting Resistance Equivalent Number) liegt bei ca. 24 – 26.

Dadurch eignet sich 1.4404 besonders für die Lebensmittelindustrie, Pharmazie, Chemieanlagen sowie den Apparate- und Behälterbau.


Kann 1.4404 geschweißt werden?

Ja, 1.4404 lässt sich dank seines sehr niedrigen Kohlenstoffgehalts (≤ 0,03 %) hervorragend schweißen – mit MAG-, WIG-, UP-, Lichtbogen- und Laserstrahlschweißen, in der Regel ohne Nachbehandlung. Der niedrige Kohlenstoffgehalt (das „L“ in 316L) verhindert das Ausscheiden von Chromkarbiden beim Schweißen und schützt so vor interkristalliner Korrosion in der Wärmeeinflusszone.

Von autogenem Schweißen (Gasschweißen) wird abgeraten.


In welchen Abmessungen sind 1.4404 Rundstab und Sechskantstab erhältlich?

Unser 1.4404 Rundstab ist in Durchmessern von 3 mm bis 350 mm erhältlich, der 1.4404 Sechskantstab in Schlüsselweiten von 7 mm bis 60 mm.

Darüber hinaus bieten wir einen individuellen Zuschnitt nach Maß an – exakt nach Ihren Projektanforderungen.


Wird 1.4404 mit Materialzeugnis geliefert?

Ja, auf Wunsch liefern wir 1.4404 Rundstab und Sechskantstab mit Materialzeugnis 3.1 gemäß EN 10204. Damit erhalten Sie eine dokumentierte Werkstoffprüfung.

Häufige Fragen zu 1.4404 Edelstahl (V4A / 316L)

Was ist 1.4404 Edelstahl?

1.4404 (auch AISI 316L oder V4A genannt) ist ein austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Edelstahl mit sehr niedrigem Kohlenstoffgehalt. Der Werkstoff kombiniert hohe Korrosionsbeständigkeit mit guter Schweißeignung und wird häufig in der Lebensmittelindustrie, Pharmazie sowie im Apparate- und Behälterbau eingesetzt.

Ist 1.4404 dasselbe wie 316L bzw. V4A?

Ja. 1.4404 ist die europäische Werkstoffnummer für den auch als AISI 316L oder V4A bezeichneten Edelstahl (Kurzname X2CrNiMo17-12-2). Von 1.4401 (316, ohne „L“) unterscheidet sich 1.4404 durch den niedrigeren Kohlenstoffgehalt, der eine bessere Schweißeignung und höhere Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion ermöglicht.

Was ist der Unterschied zwischen 1.4404 und 1.4401?

1.4401 (X5CrNiMo17-12-2) und 1.4404 (X2CrNiMo17-12-2) sind beide austenitische Chrom-Nickel-Molybdän-Edelstähle mit nahezu identischer Legierungszusammensetzung – der einzige wesentliche Unterschied ist der Kohlenstoffgehalt: 1.4401 lässt bis zu 0,07 % C zu, 1.4404 („low carbon") maximal 0,03 %. Der niedrigere Kohlenstoffgehalt von 1.4404 verhindert die Chromkarbid-Ausscheidung beim Schweißen und schützt so besser vor interkristalliner Korrosion in der Wärmeeinflusszone. Da sich die übrigen chemischen und mechanischen Anforderungen weitgehend decken, erfüllt ein Großteil der heute erschmolzenen Chargen automatisch beide Werkstoffnormen gleichzeitig – solches Material wird von den Stahlwerken häufig als „1.4401/1.4404" doppelt attestiert im Abnahmeprüfzeugnis 3.1 ausgeliefert. Für die meisten Anwendungen sind 1.4401 und 1.4404 daher gleichwertig einsetzbar; bei Schweißkonstruktionen und in stark korrosiven Umgebungen ist 1.4404 die sicherere Wahl.

Ist 1.4404 magnetisch?

Nein, 1.4404 ist als austenitischer Edelstahl im Ausgangszustand nicht bzw. nur sehr schwach magnetisch. Durch Kaltverformung kann eine geringe Magnetisierbarkeit entstehen, ohne die Korrosionsbeständigkeit zu beeinträchtigen.

Wie korrosionsbeständig ist 1.4404?

1.4404 bietet dank des Molybdän-Zusatzes eine sehr gute Beständigkeit gegen Loch- und Spaltkorrosion, insbesondere in chlorid- und säurehaltigen Umgebungen – deutlich besser als der Standard-Chromnickelstahl 1.4301.

Welche Normen gelten für 1.4404 Rundstahl und Sechskantstahl?

Blank gezogener 1.4404 Rundstab und Sechskantstab werden nach EN 10278 gefertigt (Toleranz h9 bzw. h11), gewalzter Rundstab nach EN 10060. Grundlage ist die Werkstoffnorm EN 10088-3 für nichtrostende Stähle.

Kann 1.4404 geschweißt werden?

Ja, 1.4404 lässt sich dank des sehr niedrigen Kohlenstoffgehalts hervorragend schweißen – mit MAG-, WIG-, UP-, Lichtbogen- und Laserstrahlschweißen, in der Regel ohne Nachbehandlung.

Wird 1.4404 mit Materialzeugnis geliefert?

Ja, auf Wunsch liefern wir 1.4404 Edelstahl mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 gemäß EN 10204. Damit erhalten Sie eine dokumentierte Werkstoffprüfung.