E235 Präzisionsstahlrohr – Werkstoff-Nr. 1.0308
Technische Eigenschaften, Normen und Einsatzbereiche im Überblick
Werkstoff E235
Chemische Zusammensetzung
(nach EN 10305, Richtwerte in %)
- Kohlenstoff (C): ≤ 0,17 %
- Silizium (Si): ≤ 0,35 %
- Mangan (Mn): ≤ 0,35 %
- Phosphor (P): ≤ 0,025 %
- Schwefel (S): ≤ 0,025 %
Mechanische Kennwerte
(typische Werte, je nach Zustand und Herstellverfahren)
- Streckgrenze (Re): ≥ 235 MPa
- Zugfestigkeit (Rm): ca. 420 – 480 MPa
- Bruchdehnung (A): ≥ 10 %
Physikalische Eigenschaften
(typische Werte für unlegierten Stahl)
- Dichte: ca. 7,85 g/cm³
- Elastizitätsmodul: ca. 210 GPa
- Schmelzbereich: ca. 1420 – 1460 °C
- Entsprechung: DIN St 37-2
E235 verbindet eine zuverlässige Mindeststreckgrenze mit guter Schweißeignung – häufig eingesetzt für Präzisionsstahlrohre in Hydraulik, Pneumatik und im Maschinenbau. Für Druck- und Hydraulikleitungen gelten eigene Vorschriften: Auslegung und Nachweise im Einzelfall klären.
Eng verwandt ist E235 mit E220 (Mindeststreckgrenze 220 MPa): Geschweißte Rundrohre nach EN 10305-3 werden als E220/E235 geführt, nahtlose Präzisionsrohre nach EN 10305-1 als E235+C. Bei Fragen zur genauen Güte sprechen Sie uns bitte vor der Bestellung an.
Einsatzbereiche
- Hydraulik- und Pneumatikleitungen im Anlagen- und Maschinenbau
- Medienführende Rohrleitungen (Auslegung und Nachweise im Einzelfall)
- Konstruktions- und Rahmenbauteile aus Quadrat- und Rechteckrohr
- Fahrzeug- und Fördertechnik
Was ist E235-Stahl?
E235 (Werkstoffnummer 1.0308) ist ein unlegierter Stahl für Präzisionsstahlrohre nach EN 10305 mit einer Mindeststreckgrenze von 235 MPa – daher die Bezeichnung „E235“. Er ist gut schweißbar und wird sowohl nahtlos (EN 10305-1, als E235+C) als auch geschweißt (EN 10305-3) gefertigt. Die Sorte entspricht in etwa dem früheren DIN-Baustahl St 37-2.
■Dokumentation: Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 auf Wunsch. Bei Rohren kann je nach Verfügbarkeit nur ein Werkszeugnis 2.2 lieferbar sein.
■ Oberfläche: blank gezogen +C (nahtlos) oder schwarz / verzinkt (geschweißt)
■ Normen: EN 10305-1 / EN 10305-3 / EN 10305-5
Häufige Fragen zu E235
Was ist E235-Stahl?
E235 (Werkstoffnummer 1.0308) ist ein unlegierter Stahl für Präzisionsstahlrohre nach EN 10305 mit einer garantierten Mindeststreckgrenze von 235 MPa. Er ist gut schweißbar und wird sowohl nahtlos als auch geschweißt gefertigt.
Was bedeutet die Bezeichnung „E235“?
Die Zahl in der Bezeichnung steht für die garantierte Mindeststreckgrenze in MPa – bei E235 also 235 MPa. Diese Systematik gilt für alle Präzisionsstahlrohr-Güten nach EN 10305, etwa auch E195, E220 oder E355.
Was ist der Unterschied zwischen E235 und E220?
E220 hat mit 220 MPa eine etwas niedrigere Mindeststreckgrenze als E235 (235 MPa). Quadrat- und Rechteckrohr werden bei beiden Güten als E220/E235 geführt. Bei Rundrohr gibt es zwei eigenständige Ausführungen: nahtlos nach EN 10305-1 als E235+C oder geschweißt nach EN 10305-3 als E220/E235. Bei Fragen zur genauen Güte sprechen Sie uns bitte an.
Ist E235 nahtlos oder geschweißt erhältlich?
Beides: E235+C nahtlos kaltgezogen nach EN 10305-1 sowie geschweißt nach EN 10305-3. Quadrat- und Rechteckrohre nach EN 10305-5 werden als E220/E235 geführt.
Wofür wird E235 typischerweise eingesetzt?
E235-Präzisionsstahlrohre kommen vor allem in Hydraulik- und Pneumatikanwendungen, im Anlagen- und Maschinenbau sowie für medienführende Komponenten zum Einsatz, bei denen Druckanforderungen im Einzelfall zu klären sind.
Ist E235 schweißbar?
Ja. Der niedrige Kohlenstoffgehalt von maximal 0,17 % macht E235 gut schweißbar, was die Sorte für geschweißte Konstruktionen und Rohrverbindungen geeignet macht.