Rundstab 16MnCrS5 (1.7139)
16MnCrS5 (Werkstoff-Nr. 1.7139) – Eigenschaften und Einsatzbereiche
Chemische Zusammensetzung
- Kohlenstoff (C): 0,14 – 0,19 %
- Silizium (Si): ≤ 0,40 %
- Mangan (Mn): 1,00 – 1,30 %
- Phosphor (P): ≤ 0,035 %
- Schwefel (S): 0,020 – 0,040 %
- Chrom (Cr): 0,80 – 1,10 %
Mechanische Eigenschaften (nach Einsatzhärten)
- Zugfestigkeit Rm: 640 – 1.180 MPa
- Streckgrenze Re: min. 440 MPa
- Bruchdehnung: min. 9 %
- Brucheinschnürung: min. 35 %
- Kerbschlagarbeit: 34 J
- Oberflächenhärte nach dem Einsatzhärten: 56 – 62 HRC
- Dichte: 7,76 kg/dm³
Unterschied zu 16MnCr5
16MnCrS5 entspricht chemisch und mechanisch weitgehend dem Standardwerkstoff 16MnCr5, enthält jedoch gezielt mehr Schwefel (0,020 – 0,040 % statt ≤ 0,035 % beim klassischen 16MnCr5 ohne definierten Mindestwert). Dieser Unterschied verbessert die Spanbildung bei der Zerspanung spürbar – ideal für automatisierte Dreharbeiten – bei vergleichbarer Härtbarkeit und Festigkeit nach dem Einsatzhärten.
Typische Einsatzbereiche
- Zahnräder und Getriebeteile
- Nockenwellen
- Kardangelenke
- Bolzen und Kolbenbolzen
- Präzisionsdrehteile mit hohen Anforderungen an Verschleißfestigkeit bei zäher Kernstruktur
Häufige Fragen zu Rundstab 16MnCrS5
Was ist 16MnCrS5?
16MnCrS5 (Werkstoff-Nr. 1.7139) ist ein einsatzhärtender Chrom-Mangan-Stahl mit erhöhtem Schwefelgehalt für verbesserte Zerspanbarkeit. Er wird nach dem Einsatzhärten für Bauteile eingesetzt, die eine harte, verschleißfeste Oberfläche bei gleichzeitig zähem Kern benötigen, etwa Zahnräder, Nockenwellen und Bolzen.
Was ist der Unterschied zwischen 16MnCr5 und 16MnCrS5?
16MnCrS5 unterscheidet sich vom Standardwerkstoff 16MnCr5 durch einen gezielt erhöhten Schwefelgehalt (0,020 – 0,040 %). Das verbessert die Spanbildung bei der spanenden Bearbeitung deutlich, während sich die mechanischen Eigenschaften nach dem Einsatzhärten kaum unterscheiden.
Welche Eigenschaften hat der Werkstoff 16MnCrS5?
Nach dem Einsatzhärten erreicht 16MnCrS5 eine Zugfestigkeit von 640 – 1.180 MPa, eine Streckgrenze von mindestens 440 MPa und eine Oberflächenhärte von 56 – 62 HRC bei einer Dichte von 7,76 kg/dm³. Der zähe Kern bleibt dabei erhalten, was den Werkstoff schlagfest macht.
Ist 16MnCrS5 zum Schweißen geeignet?
16MnCrS5 ist im weichgeglühten oder normalisierten Zustand grundsätzlich schweißbar. Nach dem Einsatzhärten ist vom Schweißen jedoch abzuraten, da dies die gehärtete Randschicht und das Gefüge negativ beeinflusst. Bei Fragen zur Schweißeignung im konkreten Anwendungsfall empfiehlt sich Rücksprache mit einem Fachbetrieb.
Kann man 16MnCrS5 härten?
Ja, 16MnCrS5 ist ein klassischer Einsatzstahl und wird gezielt einsatzgehärtet: Aufkohlung bei 880 – 980 °C, anschließendes Abschrecken (z. B. in Öl, Wasser oder Warmbad) und Anlassen bei 150 – 200 °C. So entsteht eine harte, verschleißfeste Randschicht (56 – 62 HRC) bei zähem Kern.